Füssener Modellbaublätter

                                                     aus der Weissenseer Eisenbahnstube

 

               

                         Neuheiten 2009  Teil 3

 

 

 

Bahnhof Barthmühle 11 418

Der zu hohe Bf. Neukloster auf der kleinen H0 - Musteranlage, auf der das Dorf Zell fast vollständig aus einer Auhagen® - H0 / TT - Bebauung besteht, sollte durch Bf. Barthmühle ersetzt werden. Sieht richtig gut aus und ist leicht zu bauen.

 

                                             Katalogbild

 

Der erste Eindruck: Zu klein, obwohl er im Maßstab 1:87 gehalten ist. Er scheint zu unscheinbar. Bei der Neugestaltung des Funktionsdioramas Zell  in 2008 mit den damaligen Neuerscheinungen war bald zu erkennen, dass auf einer so kleinen Anlage besonders sorgfältig mit den tatsächlichen Gebäudegrößen umgegangen werden muss. Manchmal kamen herbe Zweifel an der korrekten Bezeichnung H0 auf. Entsprechend dem Gesamteindruck sind auch dem rollenden Material Grenzen gesetzt. Eine BR 03 oder BR 18.4  wirkt in dieser Nebenbahnlandschaft absurd. Sogar die BR 24 ist schon fast zu groß für den Lokschuppen 11 400 aus Set Neukloster (15 103).  Bahnhof Moorbach mit der Güterhalle von Neschwitz rückte ins Visier.

 Doch es kam ganz anders:

 

                                                    

                                  Bahnhof Neukloster                                                                                                                          Bahnhof Barthmühle (Baustelle)                                                                                   

 

Als der Bahnsteig im Rohbau fertig war, konnte man völlig neue Dorfansichten erahnen. Und dann kam auch noch dieser Zug an:

 

                                       ein alter Windbergbahn - Zug (B as 95)  

 

Die meisten Auhagen® - Bausätze zeichnen sich durch ungeahnte Flexibilität aus. Manchmal sieht man es nicht auf den ersten Blick, aber dann...  Deshalb habe ich den kleinen Bahnhof Barthmühle etwas umgebaut (verkürzter Anbau) und mal als Vereinsheim des SV Steinheim am Sportplatz aufgestellt. Da passt er ebenfalls prima hin, denn man sieht ihm den Bahnhof ja nicht direkt an. Oder man verwendet ihn als (u.U. aufgelassenen) kleinen Haltepunkt an einer landschaftlich schönen Nebenstrecke. Motive gibt es genug. Aber der Reihe nach: der Bau:

Wenn man 6 Spritzlinge nachbestellt, kann man beide Versionen aufbauen, falls der Bahnhof variabel bleiben soll. Da fallen auch gleich noch mal 3 Bahnsteigkanten extra ab, die den Haltepunkt schon ordentlich vergrößern. Das Bahnhofsgebäude ist ja gerade man so lang wie ein UIC - Wagen.

Kurze Version: die Tür und die beiden Fenster links der Tür entfallen. Der Anbau schließt rückseitig mit dem Breitenversatz an. Das Dach hat dort einen vergrößerten Überstand. Auf der Rückseite entfallen die beiden Fenster. Teil 15 muss um den Versatz verkürzt werden. Die Längenverkürzung des Bahnhofes beträgt zwar nur 45 mm, wird aber als viel stärker empfunden. Gewählten Anbau nicht ankleben, beide lassen sich so bauen, dass sie mit Klemmwirkung am Hauptgebäude halten. Dazu ist ein Spreizstück an den offenen Anbauenden empfehlenswert.

Ein Tipp zu den Schornsteinen: sie lassen sich leichter falten, wenn man die Nähte innen etwas einweichen lässt. Da sie dennoch nach dem Biegen wesentlich heller aufscheinen, muss man sie mit Kleber vorsichtig verwischen. Etwas Patina sofort dezent aufgebracht verbirgt die Streifen zuverlässig.  Das Hauptdach muss man mit sanfter Gewalt zwingen:

 

                                 ein Bohrprisma als Niederhalter

                                                Bitte beachten, wie präzise das Anbau - Dach ohne Kleber anschließt, dahinter steht der kleine Anbau!

 

Den Bahnsteig (Bahnsteigkanten liegen dem Bausatz bei) stellt man selber her: hier ca. 460 x 130 x 8 mm Furnierplatte Pappel. Die Schrägen mit dem Schleifband anarbeiten. Für die Kabel der Innenbeleuchtung einfach ein Langloch ca. 215 x 20 mm vorsehen. Konturen gem. „Bebauungsplan“ und dann mit Spritz - Spachtel grau sm (aus dem Autozubehör - Handel) lackieren, anschleifen, 2. Schicht aufbringen. Nach der 3. Schicht sollte der Bahnsteig porenfrei sein. Daran denken: auch die Unterseite lackieren, sonst macht der Bahnsteig einen Katzenbuckel!  Ich denke, ein modernes Pflaster schickt sich auf diesem Bahnsteig nicht. Der  vermooste Kiesbelag (aus Quarzsand) auf dem Katalogbild von den Auhagen® - Designern ist Spitze!

     Ansichten Bf. Zell:                    

 

                                                        

                                                                                                                                                             hier sieht man sehr gut die Größenverhältnisse

 

                     

                                                                                                                          ein Hauch von Windbergbahn

 

                            

                                   

 

Übrigens:  aus Bf. Neukloster ist die Lokleitung im BW Steinheim geworden. Steht ihm zu. Siehe Neuheiten Teil 2  (Großbekohlungsanlage).

 

Weitere Erfahrungen mit der Größe musste ich beim Förderband der H0 - Ladestraßenausstattung machen. Es wirkte selbst im BW neben der Bekohlungsanlage überdimensioniert. Deshalb habe ich es einfach durch das TT - Modell ausgetauscht. Es hilft nur eines: ausprobieren und notfalls austauschen. Aber dieses Problem ist bei allen Herstellern anzutreffen, mal zu groß und mal zu klein. Oder  gleich Bhf. Moorbach, der passt in solchen Fällen gefühlsmäßig einfach besser.

 

                                      Version Vereinsheim des SV Steinheim

 

Beinahe hätte ich es vergessen: die Lichtabdeckungen aus Papier liegen nicht immer an und lassen Streulicht am unteren Gebäuderand durchscheinen. Deshalb einfach einen ca. 10 mm breiten Streifen am unteren Rand rundum schwarz malen.

 

Der Bahnhof Barthmühle brachte mich auf die Spur der Windbergbahn, denn zufällig hatte ich zum Zeitpunkt des Bauens 2 Waggon B as 95 von Piko® erworben. Im Auhagen® - Katalog fanden sich, oft genug überlesen, die Bahnhöfe Dresden - Obergittersee und Bannewitz (hier Holzmühle). Man kann also mit etwas Toleranz ein Stück der Windbergbahn nachbauen. Hinweise gibt es noch unter  www.windbergbahn.de  und sogar Google-Earth®  kennt sie, wenn man Gittersee als Ziel eingibt. Hinweis für Besitzer der B as95 - Wagen von Piko® mit Bremserhaus: Handläufe zum Bremserhaus gibt es im Zurüstsatz 54000-44 ebenfalls von Piko®.

 

 

 

                           ©  Wolfram Stephan                          Neuheitenliste                                          bisher erschienen                    Startseite