Füssener Modellbaublätter

                                                     aus der Weissenseer Eisenbahnstube

 

               

                   -     Neuheiten 2010 / 11                               Teil 2

 

 

Waggonbau Steinheim  -  Bauphasen  -  Rohbauten

 

Vorab sei bemerkt, dass zwei kleinere Kontrollwinkel, so man sie hat, recht pfiffig sind. Das erleichtert die Montage und Kontrolle deutlich und ersetzt das „vernickelte Augenmaß“. Ansonsten muss man sich mit den beigelegten Eckverbindern begnügen. Zwischen einzelnen Arbeitsschritten (Bauabschnitten) unbedingt ausreichende Aushärtepausen für den Kleber einhalten. Angüsse erst ganz zum Schluss wegwerfen, man braucht einige als Montagehilfen. Die von den Innenstreben geben Kanthölzer ab, von denen braucht man reichlich im Freigelände.

 

Halle 1  

Die Halle 1 gestaltete sich wegen der versetzten Fronten als das etwas weniger einfache Modell. Es waren trotzdem nur wenige Arbeiten mit der Feile zu erledigen, dies betraf die 4 Eckverblender, die den Anschluss an die breiten Hallenteile bilden.  Wichtig ist der bedachte Zusammenbau der Halle, auch wenn's in den Fingern kribbelt. Hier noch mal die kleinen Ausklinkungen und das Planfeilen der Sockel:

 

                                                                  

 

                                        keines der Hauptdächer wird geklebt:  normal muss sich nun das Mitteldach sanft klemmend einsetzen lassen.        

 

                                

 

                                                    

 

Bitte beachten: die Hallen werden erst richtig stabil, wenn ein Fußboden drin ist oder die Dächer eingeklebt werden. Aber die Dächer bleiben ja abnehmbar. Rechtes unteres Bild: die fertige neue Sandwich - Innenwand im Mitteltrakt, der Hallenboden ist für den Grubeneinbau vorbereitet. Am mittleren kleinen Tor wird noch ein neues Vordach montiert, etwas kleiner als das Seriendach und mit nach innen gerichteter Neigung.

 

 

Halle 2   

Die Innenbalken sind hervorragend: ruck - zuck war der Rohbau fertig:

 

                         

                                     in der Halle steht ein 1:100 - Modell (LüP 27 cm)

Auf dem linken Bild bereits deutlich zu sehen: die durchscheinenden Eckverblender. Diesmal mit Plaka® - o.ä. Farbe abdecken, sw + 2x ws! Das Dach lässt sich lichtdicht in 2 - 3 Klebeschritten zusammenbauen, ohne dass Klebstoff an den Nähten nach oben dringt. Wer Wände und Streben sauber verarbeitet hat bekommt ein Dach wie aus einem Guß. Aufpassen, dass das Dach nicht aus Versehen an den Streben festklebt! Die Innenbalken sollte man an der Fußboden-oberseite grau streichen, damit sie sich nicht so deftig von den Marktplatten abheben. Wie bereits erwähnt müssen im Bereich der Tore der Raum für die Schienen frei gehalten werden, sonst lassen sich die Tore nicht mehr schließen. Es bietet sich dann sowieso der Einbau einer Untersuchungsgrube an, die 3L - Bahner müssen die von Faller® nehmen, damit es keine Probleme mit dem Schleifer gibt, der Mittelleiter ist von unten steckbar. Den Ausschnitt in der Grund-platte kann man ja reichlich genug für eventuelle Positionskorrekturen wählen. Wer die Fliesenlegerarbeit mit den Marktplatten scheut: einfachen Betonfuß-boden wählen. Dann hat man aber keine Hilfslinien und wenn man den Algorithmus der Plattenanordnung raus hat, dann geht es recht flott voran. Nur ganz sauber sollte der Boden nicht sein, das glaubt keiner. Die Abdeckungen 48655 passen natürlich auch für die 3L - Gruben von Faller® (120136)!

 

 

 

 

Vorfertigungshallen  

In der Grundausstattung fehlt es ein wenig an Türen und Toren. Straßen- und Hofseite haben verschiedene Mauern. Ich habe auf allen Seiten Wände mit Zahnfries (80508) vorgezogen. Dadurch können auch die Türen rechts oder links gewählt (aus 80507) werden. Damit an der Straßenfront keine Klagemauer entsteht wurden die Vorfertigungshallen wieder getrennt und um 90° gedreht. Das Problem bei diesem Entwurf sind die zu geringen Abstände von Halle 2, Heizwerk und Verwaltungsgebäude, siehe weiter unten.

 

                                     

 

Beide Hallen bekommen wieder einen richtigen Fußboden. Auch hier wird der Bezeichnung Baukastensystem Rechnung getragen, eine Dekorplatte passt nach Abtrennen der Ränder und geringem Kürzungsaufwand (½ Bodenfliese) an einer Stirnseite ins Gebäude, man kann also durch die Industriefenster ein ordentliches Interieur sehen.

 

 

Das große Werktor   

Das individuelle Firmenschild stellt man am besten auf Karton 160 g / m² her und klebt es mit Hin & Weg - Kleber von Noch® an. Dann bleibt es auswechselbar und der Kleber verschandelt das Mauerwerk nicht. Daran denken, dass diese Schilder am Überladekran schwarz hinterlegt werden müssen, sonst scheint die Sonne durch! Dann gibt es noch ein paar Dinge die im Vorfeld berichtigt werden müssen: das Fenster über dem Fußgängertor hängt in der Luft, da muss ein Träger drunter. Kann man aus einer der kleinen Treppen (30) herstellen. Der Sinn des Fensters bleibt dennoch im Verborgenen, es putzt auch keiner, man sieht es an den Spinnweben. Die Eisentore (alle) neigen im geschlossenen Zustand zum Verbiegen, Fidelbogen, sie hängen auch zu hoch, da saust der Wachhund drunter durch. Abhilfe: die Nuten im Mauerwerk mit dem Dremel® etwas besser freifräsen. Aber das große Tor wird wohl meist offen stehen, ebenso die Tore an den Gleisanschlüssen 1 und 2.

Auch wenn das Dach den Einblick in das Gebäude rechts des Tores ein wenig verdeckt, die großen Fenster nicht mit Dekorpapier blind machen sondern einen ordentlichen Fußboden (Marktplatte) einbringen und die Halle mit z.B. Maschinen einrichten. Bausätze für Werkstattausstattungen gibt es von mehreren Firmen. Kann man aber auch nachrüsten. Das Frontelement mit den großen Fenstern zur Straßenseite hab ich bewusst durch ein 6-Fenster - Element ersetzt, es passt besser, man würde sonst die dann unpassenden Seitenfenster (EG/OG) sehen.

 

                           

 

Zuschnitt der Fußbodenplatten: sie lassen sich gut mit einem Höhenanreißer o.ä. hartem Werkzeug ritzen und dann brechen. Da braucht man nur die Kanten etwas mit der Feile zu säubern. Wegen der bauchigen Eckverblender bleibt in den Gebäudeecken eine Lücke, die ausreicht um die Kabel für die unter dem Dach liegende Beleuchtung in einem Leerrohr aus Schrumpfschlauch unsichtbar nach oben zu führen. Unauffälligen weißen Schrumpfschlauch gibt es bei Conrad®. Bei Ersatz des Bodenrahmens durch einen Fußboden muss man die Montageschablone etwas modifizieren, die rechten Zentrierpunkte müssen entfernt und durch geeignete Anschläge (gem. Gebäudekontur) ersetzt werden. So hat man keine Löcher im Fußboden.

 

                                                                    

 

Anschläge aus Angüssen herstellen, Wand und Eckverblender berücksichtigen, einfach auf den Montagekarton aufkleben. Für das Pflaster in der Durchfahrt erst mal eine Schablone aus Karton herstellen, bevor man die Holzträger über dem Innenhof einklebt.

 

   Meine Pflasterschablone:              benötigt werden 2 Dekorplatten, die verzahnt verklebt werden können, z.B. 41206 oder 42567.

                       Wie man das Pflaster - Muster ausrichtet ist Ansichtssache.

Gescannt habe ich als Vorlage mein Originalteil, das heißt aber nicht, dass es überall gleich gut passt! Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich eventuellen Pflasterdieben vorbeugen musste. Vor dem Zusammenbau das Verfugen nicht vergessen! Jetzt kann man auch das Eisentor einsetzen, 1,5 mm über Pflaster oder Schienenkopf reicht! 1:87! Spart Platz: Rolltor statt Eisentüren, aus Wellblechdekor 52231:

 

                                        

 

 Auhagen® hat eins draufgepackt - nun gibt es fertige Roll- und Sektionaltore zum Umrüsten: 80252.

Das Dach soll ja abnehmbar bleiben, deshalb muss es sorgfältig angepasst werden, oder besser: das Gebäude muss unters Dach gepasst werden. Der untere Rahmen (41), 2 Stück bleiben auch von der Werkhalle übrig, unter das Dach (55) mit Aussparung fürs Oberlicht geklebt bildet einen prima klemmenden Fixierrahmen. Das Pflaster und die Holzträger ergeben die restliche notwendige Stabilität fürs Gebäude damit das nun 2-teilige Dach lückenlos aufliegt. Ggf. die Pflasterplatte ein klein wenig nacharbeiten (Aussparungen), feilen muss man ja sowieso. Maß aller Dinge ist der Dachanschluss über der Toreinfahrt, da darf auch im ungeklebten Zustand keine Ritze bleiben!

 

 

Beschriftungen  

 

Wer selbst keine Schilder erstellen kann:  Vorlagen für die Hallen- und Werksbeschriftung hier als Downloads:  WAGGONBAU AG  oder  KESSELBAU AG   jeweils im pdf - Format. Papier: 160 g/m² , da schlägt der  Hin- & Wegkleber nicht durch.    Zugschluss- und Sperrtafeln    braucht man auch dauernd, die sollte man aber auf Photopapier drucken, siehe Zugschluss.

 

                                                                                                         

 

Der Überladekran   

Wenn man sich über Spannweite und Laufkatzensystem (z.B. 510 mm, Loren - Bausatz 42572) im Klaren ist, geht es an das Stahlgerüst. Und zur Erinnerung: der Kran entsteht aus STAKO - Elementen, es ist kein fertiger Bausatz!

 

                                      

                                                                                                                                                                                                       Baustelle Uberladekran

 

Schritt 1:  aus 3 Segmenten 48108 müssen Spezialteile „geflext“ werden: sie bilden die Endstücken und das Mittelteil der Kranbrücke. Damit wird die Brücke an den Anschlüssen symmetrisch und es können die Elemente 48107 einfach in der benötigten Menge angesetzt werden.

 

                               

 

Schritt 2:  Laufbohlen und Schienen vorbereiten. Die Laufbohlen 48655 haben bereits passende Sollbruchstellen damit der nötige Freiraum für die Kranseile geschaffen werden kann. Mit dem Bastelmesser abschneiden ist aber besser. Die Endstücken bleiben jedoch vollständig als durchgehende Abdeckung. Die Laufbohlen (Abdeckungen) passen übrigens zwischen die Zentriernasen der Brückenelemente, also diese nicht entfernen!

 

                                     

 

Bei den Stützen darauf achten, dass der Verlauf der Diagonaleisen stimmig ist, deswegen wurde der Kran in der Höhe um ein Rasterfeld erweitert.  Tipp: die Elemente 48102, 48103 und 48104 an den Klebestellen planfeilen, damit wird eine störende Naht verkleinert. Nach der Montage von 4 Stützen sollte man innehalten und prüfen, ob man sie wirklich in der Doppelversion benötigt. Die innere Spannweite ist eigentlich nur 265 mm, entspricht 23 m in Natura, der Rest ist Überhang. Der Kran bei Fa. Steil in Eschweiler, ein Lokentsorger, sieht jedenfalls auch nicht stabiler aus, ist viel länger und hat dafür noch schlimmere O - Beine.

 

         

Die Schienen: benötigt werden 5 Teile, jeweils an der zu fügenden Seite auf halber Schwelle abtrennen, verputzen und auf den Laufbohlen (Stahlplatten) fluchtend! zusammenkleben. Nach dem Aushärten Schwellen im Zwischenraum vorsichtig raustrennen und die Schienenköpfe „blank“ färben.

 

Schritt 3:  Wer wie ich die Krananlage in LZ 90-9054 oder anders lackieren will, oft sind die Industrieausführungen ja gelb und das vertuscht fast alle Klebe-stellen, muss die Laufbohlen separat zusammenkleben. Dazu sind lange Anschlaghilfen wie z.B. Stahllineale unentbehrlich, sonst wird das nie gerade. In den Spalt kommt beim Kleben als Distanzstück einfach eine Kiefernleiste. Hat auch den Vorteil dass man die Laufschienen elegant aufsetzen kann und dann erst trennen muss. Das ganze Gebilde wird dann einfach in den lackierten Träger eingeschoben und verklebt. Achtung: noch zu klebende Stellen dürfen nicht lackiert werden, also sorgfältig abkleben! Für die Lackierung benötigt man ca. 40 ml Farbe und 25 ml Verdünnung. Eine vernünftige Lackierung ist wie bei der Fußgängerbrücke nur mit Airbrush® möglich, auch wenn hier so einige Farbe „daneben“ geht ...

Hier die Farbmuster für Brückenbauten:

                                           

        Eckstreben Stützen / Brücke                                                                                 siehe auch    Lackierungen und Beschriftungen ...  

 

Wenn man nun Bockkran und Überladekran so dicht nebeneinander stehen hat wird deutlich, dass Bockkräne eigentlich nur für relativ kleine Ladegüter geeignet sind. Eine Achse dürfte wohl schon die Grenzlast sein, abgesehen von den Packmaßen. Vorschau (ohne Laufkatze):

 

                                 

 

 

 

                                            soeben eingetroffen: die Kranführerkabine

 

Wenn man diese Kranführerkabine bei Vollmer® als Ersatzteil bestellt, Verladekran 5625, bekommt man den vollständigen Spritzling 56291, an dem auch alle Teile der Aufstiegsleiter, Ausstiegsplattform und Geländer enthalten sind. Man braucht dann nur noch die Absturzsicherung 56272. Alles in gelber Farbe, damit entfällt einige Nacharbeit. Verglasen und einrichten muss man die Kabine selbst, aber dieser Kran ist ja ein echtes Unikat und nicht von Pappe.

Um die Ausstiegsplattform korrekt anbringen zu können benötigt man 3 in den Winkeln veränderte Trägerelemente, die muss man halt anpassen, genauso wie die Länge der Plattform und das Geländer.

 

                                                                     

 

                                                      

 

Die Laufkatze: das Fahrgestell ist das einer Lore und man kann ne Holzkiste oder ein Wellblechgebilde drüber stülpen. Wie immer findet man nichts Fertiges. Selber bauen aus Laufbohlen und ein Stück Wellblech drauf, fertig. Unter die Lore einfach ein Stück IPB-Träger kleben, aufs Gleis setzen und von unten die Kranführerkabine samt Winden einhängen. So bleib das Ding demontier- und verschiebbar. Nieten kann man da übrigens auch zählen:

 

                                             

 

 

Werksverkehr

Die Waggonfabrik bekommt ihre Industrielok: eine Henschel DHG 500C, Übernahme von       

                                                                                                                                                                                                                                      Märklin® (3078)  Katalogbild 1995

 

               Damit sie der Realität etwas näher kommt ...                                                                        ... muss man ein wenig nachhelfen:

 

                                            

                              Foto: Bernd Bastisch    www.westbahn.net

 

           Antennen, neue Lampen, neue Fensterscheiben                          und: mit allen Rädern auf dem Gleis!

 

Es gibt immer wieder kleine Pausen, die Innereien müssen bearbeitet werden und Rom wurde ja schließlich auch nicht an einem Tag erbaut!

 

                         Nun hat sie auch noch vorbildgerechte Puffer bekommen :                     

 

Paulchen ist auch endlich da. Mit neuer Führerstandsverglasung und gekürztem Auspuff, sonst passt er nicht durch die kleinen Tore. Aber alle Rollwagen von Hand schieben? Nee, Danke! Mit der Abgasreinigungsanlage darf er auch in die Hallen.

 

                                                                                                         

 

Die Verwaltungsgebäude   

Man muss das ja nicht wörtlich nehmen. Ich denke, dass darin Konstrukteure, Entwickler und AV - Leute genauso gut ihren zweiten Wohnsitz haben. Man kann es um ein oder zwei Stockwerke erweitern. So sieht man bereits an der Gebäudehöhe wo der Chefsessel steht. Es gibt nun Vorder- und Rückseite am Gebäude, oder umgekehrt? Die Treppenhäuser sind etwas anders, nur, Dächer kann man drehen. Man kann relativ einfach anbauen, wer bisher die Hallen gebaut hat kriegt auch das problemlos hin. Als Beispiel siehe Planungsfront.

Wer wieder ins Zweifeln kommt, wenn die Bausätze auf dem Tisch liegen, kann sich Entscheidungshilfen basteln: Pappmodelle, denn man hat ja alle Maße parat! Am Dach ändert sich höchstens die Länge und man macht an den Fronten und Giebeln nichts unumkehrbar. Aber man hat einen 1:1 - Eindruck in 3D. Scanner, Drucker, Schere und Kleister tun das ihre dazu. Muster im pdf - Format für den Planungsdruck findet man hier: Giebel - Front - Hofseite - Dach.

Ich kann nur dringendst zu diesem 3D - Pappmodell - Test raten, denn meine Planung mit 3 Geschossen erwies sich als zu gewaltig. Drei oder vier Geschosse sind im Rahmen eines Straßenzuges (z.B. in der Schmidtstraße) angemessen, hier auf dem Fabrikgelände wirkt es jedoch störend! Der hohe und kahle Giebel ist der Grund. Somit wird für die Fabrik fast die Grundversion 11424 gebaut. Aber nur fast und auch nur vorübergehend, denn es folgt Version XL.

In Vorgriff auf die in Arbeit befindliche Änderungsmöglichkeit des Eingangs habe ich die Straßenfront mit einem herausnehmbaren Mittelteil ausgestattet. Hinweis: die Giebel u.a. bitte nicht an den Sollbruchstellen brechen, sondern sägen oder schneiden, sonst gibt es helle Streifen!

 

                                                           

       

Man kann auf die traditionelle Dekormaske verzichten, wenn man die Fensterdekos einzeln aufklebt und die wenigen Lichtritzen im Bereich der oberen Fensterstürze sorgfältig mit z.B. Plaka® - Farbe zudeckt. Da während der Nachtschicht nicht alle Büros besetzt sind, im Keller sicher auch nicht überall Licht brennt, sollte man weiße Pappe ...

 

                          Der Eingang, siehe oben ...                            

 

Wer das Dach mit beidseitigen Gauben bauen möchte, sollte sich rechtzeitig einen zweiten Dachboden mitbestellen und dann: aus 2 mach 1. Ich habe mir 2 Abstandsstücke gesägt, die zwischen die Längsträger passen, 85 mm. So passt nachher wieder alles fein zusammen. Neue Querverbinder kann man sich aus den Füllungen der Grundplattenteile 2339 (Öffnung für Lampensockel) zuschneiden.

Wenn man den Dachstuhl ohne eine einzige Gaube drauf aufsetzt, dann sieht das etwas sehr gewöhnungsbedürftig aus. Das ganze Flair des Hauses ist dahin. Bon jour, tristesse:

 

                                                             

 

Bemerkenswert ist wieder die Passgenauigkeit (auch) der Dachteile,  die Dachhälften sitzen auch ohne Kleber exakt und schließen das Dach einwandfrei. Man kann den Dachstuhl so gestalten, dass wahlweise die Serienbedachung oder die Version mit beidseitigen Gauben möglich ist.

Die Cheftür.  Die neue Tür hat Vollmer® geliefert, sie stammt aus der Post, musste um ein Türfüllungsfeld verlängert und passend zu den anderen Türen in RAL 6020 lackiert werden. Nun gibt es ja eine ganze Menge fertiger Treppen im Angebot, aber natürlich passt keine. Ein paar Reste von den „Marktplatten“ ergeben eine Maß - Treppe. Für die Steinbögen gibt es vom Stellwerk Oschwitz 2 separate Spritzlinge (mit Fensterrahmen): 41615, man kann sie auch zu einem 180° Bogen anreihen. Benötigte Teile für die Vollmer® - Tür:  25428 und Gitter 25404.

Aber bitte beachten: alle Änderungen, die hier am Verwaltungsgebäude durchgeführt wurden sind nur was für geübte Bastler, denn es stehen dafür keine vorgefertigten Austauschteile aus dem Baukastensystem zur Verfügung. Für den, der sich den Umbau zutraut, lohnt es immer:

 

                                                                

 

 

Lager 2   -   das Rohlager

Momentan wird das Lager 2 eingerichtet, 5616 von Vollmer®. Dieser Bausatz verschwand im Jahre 2007 vom Markt  -  um 2010 den H0-Bahnern als „Neuheit“ wieder aufgetischt zu werden. Entsetzlich. Mit alter Nummer und alten Fehlern nicht nur beim Bockkran. Versteh's wer's will. Aber so ne große Fabrik wie die Waggonbau braucht auch ein halbwegs trockenes Rohlager. Das Holzlager Span (11353) ist als Hauptlager zu klein. Da werden die Gabelstapler und Rollwagen vom Freilager abgestellt.

Damit auch die Nachtschicht noch ein paar Bleche, Rohre oder Rundeisen findet muss Licht unters Dach. Neonröhren, wie so üblich, mit SMD - LED's und Leitlack usw... Folglich sollte auch dieses Dach zunächst nicht fest angeklebt werden. Die Ausstattung ist recht bescheiden: ganze 4! Regale, diese sind statisch auch noch völlig daneben: u.a. keine Diagonalstreben, die Bretter hängen durch, kein Kunststück bei 4,5 m Spannweite. Zusammenbau möglichst mit Anschlagwinkel, wegen der ‰, nach denen es sonst aussieht. Ich habe beim Service entsprechende Ersatz- / Zusatzteile bestellt, auch für die Zurüstung der in Längsrichtung genauso wackligen Dachträgerkonstruktion. Immerhin hat der Vollmer® – Service prompt reagiert und die erforderlichen Teile sofort geschickt.

Über Sinn und Unsinn der Bretter auf den Kragarmen lässt sich heftig diskutieren, denn rundes Lagergut liegt völlig ungesichert im Regal. Normal sind solche Kragarme nach hinten geneigt oder haben für Stangenmaterial flache Wannen als Lagerfläche. Da passen dann auch Stangenreste rein. Eigentlich ein Fall für die BG.

 

                                                     

 

Es liegen 10 Kisten bei, aber der Formenkonstrukteur hat auch hier noch nie eine richtige Holzkiste gesehen. Nein, ich meine nicht die Kiste, nur ne normale Industriekiste. Diese Kisten kriegt kein Stapler mehr hoch und Euro-Paletten sehen auch etwas anders aus. Die nimmt man besser von Preiser®. Vielleicht sehe ich das alles zu eng, wohl nur ein Ausreißer, denn bei anderen Modellen liefert Vollmer® sehr gute Qualität!

 

Die Hängebauchschweine haben Unterstützung und Diagonalen bekommen:             

 

Stahlcoils. Ist so ne Sache: Roco® will nicht, Noch® kann noch nicht liefern,  Märklin® und LS-Models® sind zu teuer und Walthers® dauert ewig aus den USA. Selber machen: Lochstreifenband 1" bei ebay®.  Stahl- und Aluplatten 1:87 sind ja kein Problem zum Selbstbasteln.  Maße: Normaltafel: 1.000 x 2.000 mm, Großtafel: 1.500 x 3.000 mm, Stangenmaterial 6.000 mm. Zurück zum Coil: Innen - Ø 610 mm, Außen - Ø  gem. Kundenspezifikation bzw. Laderaummaß der DB und Tragfähigkeit Waggon. Ein Stahlcoil mit Ø 2.000 mm und 2.200 mm Breite hat immerhin ein Gewicht von ca. 34 t. Dichte Stahl: 7,85 kg/dm³. Bei Alu: 2,7 kg/dm³, das sind dann nur ca. 11,7 t. Vom Lochstreifenband benötigt man ca. 4,5 m für so einen Modell - Koloss.

 

                                   

                                         Foto: Thyssen-Krupp Stahlwerk Duisburg

 

Da das Lochstreifenband eine unmögliche Farbe hat, muss lackiert werden. Grundierung: RAL 7006 von Weinert-Modellbau und dann Humbrol® # 11 abgetönt mit Humbrol® # 97 als Decklackierung. Je ein Spritzgang, da bleiben auch die Konturen der Lagen auf dem Coil sichtbar. Humbrol® hat bei Farbe  # 11 eine sehr feine Pigmentierung, damit kriegt man den Stahleindruck besser und gleichmäßiger hin als mit Weinert - Farben. Dran denken: zum Kran gehört ein kräftiger Coilhaken!

 

                                                                                      in Arbeit ...                                         

                                       Werkfoto Carl Stahl Nordgreif GmbH

 

 

Das Heizwerk   oder   Das Kesselhaus 

Irgendwo muss das Heizwerk untergebracht werden und ebenso die Kompressoranlage. Ähnlich dem Gebäude 11426 der Betriebsfeuerwehr wurde das Heiz-haus gebaut. In meiner Asservatenkiste fand sich dann noch ein uralter Fabrikschlot von Faller®, Eisengießerei 130980, der kurzerhand restauriert (RAL 8012 - preußisch rot-braun) hervorragend passt und sogar einen großen Raucherzeuger aufnehmen könnte. Da aber eine Ölheizung eingebaut wird, bleibt er als „Wahrzeichen“ vergangener Tage und stinkt nicht. Das Kesselhaus bekommt wie alle Hallen mit den großen Fenstern einen Fußboden aus Betonplatten 52421.

 

                                                  

 

Für den Dachlüfter (Zwangsbelüftung) benötigt man die entsprechenden Teile aus Bausatz 11351. Dieser lässt sich mühelos an die Dachschräge anpassen, der Schaltkasten bei der Entladestation ist dem Bausatz 41620 entnommen.

 

                                                   Der Tank ist angeschlossen:           

 

                                                       die Entladestation für die Kesselwagen:             

 

 

 

Resteverwertung   -   die Heizungsanlage

Wer Angüsse und sonstige Kleinigkeiten immer gleich wegwirft, bloß weil sie momentan unnütz erscheinen, der hat es nun etwas schwerer die Heizkessel zu bauen. Als Vorbild dient ein Hybrid - Kessel W 04 - CG von Hurst®, der sich leicht aus Teilen der Bastelkiste nachbauen lässt und von dem 2 Stück das Kessel-haus füllen. Kleine Änderungen an der Ausführung muss man akzeptieren. Die Gebläse sind Bausatzteile (80102) der Hallen.

 

                                                                            

 

                               

 

 

Beim Bau der Kranbrücke bleiben Abdeckungen aus 48655 übrig, die kann man gleich hier als Laufbohlen an der Wartungsbühne verwenden. Die Rauch-gasrohre entstanden aus „Strohhalmen“ und die Deckenlampen sind 3 wws - SMD-LED's mit Rv = 15 kΩ an meiner 15 V - Stadtstromversorgung.

Der Hochtank vom Heizöllager 12216 wirkt etwas zu groß, man sollte ihn um ca. ¼ in der Höhe reduzieren. Das ist dann immer noch krisensicher genug, ent-spricht in etwa 400 m³. Was leider bei dieser Aktion mit dem Boden verschwindet ist die Zentrierungsbohrung und die Rohrleitungen müssen zwangsläufig modifiziert werden. Den Aufstieg sollte man auch gegen die Kranversion ersetzen, aber vorher muss der Tank ins Schmuddelwetter.

 

 

 

Da die Heizungsleute ständig über die Rohre geklettert sind wurde ein kleiner Übergang gebaut.

 

 

Die Straßenfronten       (Planungsansichten)

 

                                      der Scanner macht die Planung einfacher:

 

           

 

      die Variante mit verklinkerten Übergängen:

 

             

 

Regenschirme ade:  Übergänge, links schließt sich das „Verwaltungsgebäude“ an und rechts natürlich das (hier abgeschnittene) große Werktor. Die Übergänge sind nach hinten versetzt, siehe Grundriss. Wichtig ist der Abstand der Gebäude untereinander, sonst entstehen Schluchten. Bei der Straßenfront zeichnet sich deshalb die endgültige Variante ab:

 

                                                                          

 

Luftbild freigegeben unter ....                                                                                                                             die verputzen Übergänge   -    demnächst ...

 

                                                        

       

                                                                                                                                                                                                             

 

          Ehre, wem Ehre gebührt:                                  die Kult - E63 02  -  weinrot  RAL 3005

                                                                                                               1962,  deshalb ohne Rangiererbühnen

 

 

Die Einfriedung

Eine anscheinend recht schlichte Mauer. Aber sie hat es in sich! Nicht nur von den Maßen. Basis für meist unerwünschtes Graffiti, das durchaus aus Sicht des Künstlers ein gestalterisches Element sein kann. Eben Ansichtssache. Aber seit Jahrzehnten kaum zu unterdrücken. Gibt es von Busch®, # 6035. Wenn man sich eine kleine Bohrschablone herrichtet, dann kann man die Einfriedung in der Grundplatte steckbar machen. Zapfen mit Ø 4 mm. Erleichtert die Sache mit den Torpfostenabständen! Damit bleibt man außerdem variabel und die Sache kippt in der Aufbauphase nicht ständig um.  Sicher, Hin- & Wegkleber würde zur Not auch gehen, hält aber nicht ewig. Da getreu dem Motto:  dreimal abgeschnitten, immer noch zu kurz  fast immer Segmente zur Fertigstellung fehlen: einfach Planungsmuster anfertigen, z.B. so:

 

 

oder so:

ein 45° - Segment verkürzt sich in der Ansicht auf 39,6 mm (56 : √2)

 

Torpfosten. Normal sind Tor und Tür mittig im Torpfosten verankert. Hier fehlt dann aber eine Nut, damit man sich leichter tut. Stumpf dazwischen kleben ist mühselig. Ich hab mir da zunächst mit einer Trennscheibe vom Dremel® geholfen, Breite 0,8 ... 1,0 mm, Tiefe ca. 0,5 mm. Wesentlich präziser geht das mit ei-nem stirnseitig plangeschliffenen Bohrer.

 

                                            

 

Nun hat das Tor eine Führung und ist, wenn es geschlossen bleibt, sogar steckbar. Ich habe allerdings einen Kreuzsupport auf meinem Bohrtisch, der er-leichtert so etliche Arbeiten enorm.

 

 

 

Mit Teil 3   -  Die Ausbauarbeiten -  geht es weiter.

 

 

                                                                                                                    

 

                                                                                                 

                               

 

                           ©  Wolfram Stephan                          zurück zu Info's              zurück zu Teil 1                                        bisher erschienen                    Startseite