Füssener Modellbaublätter                                                                     11/07    

 

Thema:                   Die Digitalisierung von „Steinheim“

                                              Der anfangs mühselige Wandel von analog auf digital, Schritt für Schritt.

 

            Die Grundausrüstung 

        

Gleismaterial: Märklin®  K-Gleis. Eine 216 mit Lichtwechsel ws/rt und die 120 001, beide von Märklin®, analog. Dazu eine Intellibox IR (IB) von Uhlenbrock®. Die Loks haben die Originalmotoren behalten, Baujahr 1978 bei der 216 und 1985 bei der 120. Anfangs hatten sie die Decoder AnDi 75000 statt der konventionellen Fahrtrichtungsschalter. Jedoch Vorsicht, diese Dinger sind nur bedingt einsetzbar, sie müssten einen anderen Namen tragen, dazu aber später.

Zur IB: der Anschluss über Stecker 1 ist schwach. Eine richtige Lüsterklemmenreihe ist wünschenswert und es wird aus Gründen der Betriebssicherheit umgerüstet, eine Querschnitts- und damit Strombegrenzung per Stecker ist unsinnig . Einen einfachen betriebssicheren Adapter kann jeder selbst bauen, die Verbindungen bleiben jederzeit lösbar, eine Lösung ist das aber nicht:

 

                       

 

Serienstecker   -->   Zwischenstifte aus Ø 0,8 mm Stahl verkupfert, ca. 20 mm lang  -->   Buchsen-Leiste Raster 2,5 mm von AMP® auf Rasterplatine mit 6-poliger Lüsterklemme Raster 5 mm   -->   Ringleitung z.B. 0,75 mm² oder stärker. Damit werden Querschnittsverluste und Schmorkontakte vermieden. Man könnte auch so einen Stift direkt an die ankommende Litze anlöten und mit etwas Schrumpfschlauch berührungssicher machen.

Es wurden noch weitere Maschinen umgerüstet, auch Gleichstromfahrzeuge von BRAWA®, Fleischmann® und Rivarossi® und Roco®. Es folgten 11 Züge mit der Innenbeleuchtung über Decoder und zentraler Stromversorgung mit leitenden Kupplungen.

Einige Fahrzeuge bekamen 2 Decoder, es sind insgesamt z.Zt. 56 Uhlenbrock® - Decoder im Einsatz (ohne Weichen und Signale). Mfx - freie Zone, alles DCC! Alle Loks, nicht nur die Rangierloks, haben bei der CV 37 den Wert 19 erhalten, damit schaltet sich im Rangiergang auch automatisch die Rangierbeleuchtung (Licht vorn und hinten) ein. Ist eigentlich sinnvoll.

 

 

Was war noch zu beachten?

Ältere Loks mit Elektronikbaustein wie die 194 oder die 103 von Märklin® haben manchmal eine Zugspitzenbeleuchtung im Niedrigvoltbereich. Man erkennt solche Loks u.a. daran, dass sie konstante Helligkeit unabhängig von der Fahrspannung haben. Also gleich Birnchen kontrollieren und ggf. austauschen!

Der ICE 410 (Märklin® 3371) mit 2 echten Triebköpfen in Doppeltraktion mit Faulhaber®-Motoren machte Kummer. Siehe unten. Eine Antwort von Märklin® zur Problemlösung gibt es seit 2006 nicht. Man schweigt verbissen und verlangt, dass ich nur positiv über Märklin berichte. Kann ich nicht nachvollziehen. Ein weiteres Problem bildete der VT 11.5 von Roco®, Artikelnummer 14183A, der Anfahrstrom ist mit 1,6 A zu hoch, Uhlenbrock® kam aber mit einem neuen Decoder. Dieses Problem ist damit inzwischen gelöst. Die Achsen neigen wegen der Nickbereiche der Drehgestelle zu Kurzschlüssen mit der Kupplung. Schrumpfschlauch ändert dies.

Wichtig ist das Vermeiden von mangelhaften Schienenverbindungen. Erstens pfeift es und zweitens schmort es, es fließt schließlich Strom. Also genügend Einspeisestellen vorsehen. Ich hatte eine Anschlussstelle, die begann am Draht zu glühen. Kalte Lötstelle. Aus heutiger Sicht heißt es pro Meter eine Einspeisestelle.

Achten Sie darauf, dass die Beleuchtungsbirnchen sicheren Kontakt zu den Anschlüssen haben! Schwache Kontakte führen wie bei den Schienen zu Pfeifen oder Zirpen. Die gesamte Anlage muss akustisch ruhig sein. Sonst schmort es es irgendwann irgendwo.

Zwei Decoderausfälle ließen den Verdacht eines Motorschadens aufkommen. Was lag also näher als diese Loks zurückzubauen. Kein Problem, wenn man nicht alle konventionellen Fahrtrichtungsschalter entsorgt hat. Also besser einen zu Testzwecken aufbewahren! Wichtig ist der für die Allstrommotoren. Das schafft dort Klarheit und Gleichstrom ist leicht zu testen. Es war aber nur ein Schluss der Feldspulenanschlüsse auf Masse (Gehäuse).

 

 

 

   Die Software Win - Digipet®

 

Eingerichtet ist  Win-Digipet®, Version 9.2

Das Bild entspricht zwar nicht dem DB - Standard, aber man sieht besser wo welcher Zug ist. Bei der DB gibt es keine vertikalen Streckenabbildungen.

 

             

 

Hier zeigt sich eigentlich erst richtig, wie groß die Anlage wirklich ist. Rein analog wäre sie nicht mehr vernünftig zu betreiben. Auch ein manueller digitaler  Betrieb ist für einen Fahrdienstleiter nur eingeschränkt machbar. Es sind 65 Weichenantriebe und 70 sichtbare Signalbegriffe. Da fast alle Strecken bidirektional befahrbar sind, häufen sich auch die Rückmeldekontakte. Es werden so ca. 150 werden. Dies bedeutet aber auch erheblichen Verdrahtungsaufwand beim Einsatz von S 88 - Modulen, wegen der Kabellängen und nötigen Trennstellen zwischen den Anlageteilen.

Hinweis: Die ursprünglichen Dreiwegweichen habe ich wegen Unsicherheit im Probebetrieb alle durch dem Vorbild entsprechende Normalweichen ersetzt. (Kurzschlüsse, Entgleisungen, Klemmer)

 

 

Das S 88 - Modul

Das S 88 - Rückmeldemodul wurde im Eigenbau hergestellt. Auf einer Eurokarte kriegt man 2 Module mit je 16 Meldeeingängen unter, als Verbindungsplatine kann man ebenfalls eine Europlatine nehmen mit 6 Modulplätzen. Dann hat man reichlich Meldeeingänge zur Verfügung. Die Meldeeingänge erhielten zusätzliche Schutzdioden, die die teuren Reedkontakte überflüssig machen. Es wird einfach per Achse auf Masse geschaltet. Das gilt aber nur für das 3 - Leitersystem mit Märklin® - K-Gleis, hier ist die Schaffung von Meldeabschnitten einfach. Beim C-Gleis muss man schon wieder extra zwicken. Das Eigenbaumodul kostet knapp € 8,50, einfache Technik mit 4 x 4 RS - Flip-Flops und 2 Schieberegistern. Eine Verbindungsplatine mit 6 Steckplätzen kostet ca. € 14,00. Ich denke wir haben unser  S 88 - System auf besten Stand der Technik gebracht, es gibt die Einzelmodule mit Schutzdioden in den Eingängen, dann eine Basisplatine für 6 Module mit Lötanschluss an die Intellibox sowie direkt ansteckbare Erweiterungsplatinen mit wiederum je 6 Steckplätzen, alles ohne Lötarbeit unter dem Stellwerktisch. Man kann aber auch Einzelmodule mit 24 oder 32 Eingängen aufbauen, eine Frage der Anordnung auf einer Europlatine, dem Rechner ist das egal, er zählt in 8-er Schritten. Der Preis des Systems pro Meldeeingang hängt eigentlich nur vom Steckerleistensystem ab, die absolut sicheren Steckverbinder 64 - polig kosten halt so ca. € 4,- pro Paar. Die baut auch die richtige Bahn ein. Man kann aber auch löten, die Lötstifte kosten Bruchteile des Intermas® -, ERNI® - oder Assmann® - Preises. Macht aber wenig Sinn, ebenso wenig wie der Verzicht auf Eingangsklemmen.

 

                                               

 

Für den normalen Heimbetrieb reichen die Meldeeingänge beim S88 absolut aus, 256. Wer, bitte, benötigt diese Anzahl. Bei mir liegen in ca. 84 m Gleislänge so ungefähr 420 Gleisstücke, aber auch sehr kleine, die mit Flexgleis gar nicht da wären. Die kleinen Gleisstücke fragt doch kein normaler Anwender ab, denn es sollten immer wenigstens 4 Achsen auf dem Meldeabschnitt sein. Gem. Gleisplan sind hier nur ca. 150 Abfragegleise notwendig. Pro Blockabschnitt braucht man 4 Meldestrecken. Und wer seine Kabel ordentlich verlegt, hat auch keine Probleme mit Störeinstrahlung wie die AEG und die WU bei der Inbetriebnahme der Drehstrom - U - Bahn in Berlin. Da fuhr das gute Stück gerade mal 25 km/h statt 90.

Ich persönlich habe das 64 - polige - C/R - System eingesetzt, hatte allerdings noch genug Verbinder im Werkstattlager. Und das Anschlusskabel für die IB ist nur 30 cm lang und an der Basisplatine angelötet. Stör(an)fälle ade, denn die Schutzdioden unterdrücken zusätzlich jeden positiven Störimpuls! Das kurze Anschlusskabel könnte man auch noch durch ein abgeschirmtes ersetzen.

 

 

Decoder

Die Weichen- und Signaldecoder kann man auch selbst bauen. Dann kostet ein Relaisdecoder für 4 Umschalter ca. € 15,50 und ein Impulsdecoder für z.B. 4 Standardweichen ca. € 11,- . Das Teure am Relaisdecoder sind die bistabilen Relais und ein Controller für jeden Decoder kostet bei Conrad® auch ca. € 3,- bis € 3,50. Beim Großhändler € 1,35. Voraussetzung ist dann noch, dass man sich mit MCUs ein wenig auskennt, sich mit jemanden zusammen tut, damit man bei den Großhändlern 100-er Preise bekommt, ein Leiterplattenerstellungsprogramm hat (sonst muss man wie in der Elektronik-Steinzeit Leiterbahnen und Lötaugen kleben), LPs selbst herstellen, also belichten und ätzen kann. Die Microcontroller und EEPROMs sollte man auch programmieren können. Oder man hat gute Beziehungen zu jemanden, der das alles kann. Beim S 88 - Modul entfällt natürlich die Programmierarbeit.

Ohne Controller lassen sich aber auch einfache MM - Decoder aufbauen. Wozu brauche ich eine Lernphase für die Adresse, weiß ich doch genau welche Adresse zu schalten ist? Wer klettert schon unter die Bahnplatte um den Decoder auf "Umlernen" zu schalten, neue Adresse angeben und wieder in den Untergrund zum Speichern? Also codieren per Jumper, denn man macht das ja nur beim Einbau. Der Aufwand für die CMOS-Technik ist ebenfalls tragbar, es kostet für einen Impulsdecoder für 4 Weichen ca. € 12,00. Die Relaisdecoder sind natürlich durch das Relais mit € 1,35 / Stück entsprechend teurer.

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Ein fertiges Ausfahrt - Lichtsignal von Märklin® oder Viessmann® ist teuer. Jedes Gleis im Bahnhof hat 2 davon, je eines in Richtung N und eines in Richtung P. Das sind dann pro Gleis ca. € 180,- bis € 210,-. Gibt bei 6 Gleisen Ärger mit der Finanzleitung im eigenen Hause. Also mit Signalbausätzen und eigener Steuerung selbst bauen. Kostet dann pro Gleis höchstens € 30,- incl. der Haupt- und Vorsignale. Richtig kniffelig wird nun die Übertragung des Ausgangssignals einer Gleisharfe  mit z.B. 5 oder noch mehr Ausfahrten auf das Einfahrtsvorsignal. Das kann übrigens keiner der etablierten Modellbahnhersteller, denn das Problem ist fahrstraßenabhängig und elegant nur per Rechner lösbar.

 

                                                                   

 

Anmerkung: die meisten Modellbahner sind Signalembryos. Kennen nur Rot oder Grün. Auch die Hamburger sind da nicht viel besser. Nur es sind keine Ampeln wie im Straßenverkehr! Wesentlich einfacher geht's da mit Flügelsignalen. Aber die gibt es seit so etlichen Jahren nur noch auf Museumsstrecken und passen nicht zum ICE 3. Oder umgekehrt.

Die normalen Impulsdecoder für Weichensteuerung und die Relaisdecoder (potentialfrei) sind nun betriebsfertig. Hinweis: wer Weichen- oder Schaltdecoder von der Fa. Littfinski mit Fremdspeisung betreibt, muss die alten Weichenbeleuchtung beim K - Gleis separat einrichten. Also gelbe Leitung (bei älteren Weichen) im Kasten zu der Glühbirne trennen und neu einspeisen. KEINE Massebrücken am Digital - Baustein schalten, es ist Unfug! Ich habe die Weichenlaternen aus dem digitalen Bahnstrom mit  120 ... 150 Ω - Vorwiderstand gespeist. Die Helligkeit diktiert den Widerstand, Platz ist im Weichenkasten genug. Natürlich nur nachts über ein Steuerrelais eingeschaltet.

Lok - oder Funktionsdecoder kauft man besser fertig, die Größe (Winzigkeit) kriegt man in der heimischen Werkstatt nicht hin.

 

 

Sonstige Steuerungsbausteine

In Verbindung mit den Meldekontakten kann man auch eine Steuerplatine für BÜs mit Analogtechnik aufbauen. Sie steuert max. 3 Schranken System Faller® mit Endlagenabschaltung und Wechselblinklicht. Auch beim Einsatz der digitalen Zugsteuerung braucht man halt einen 19" Baugruppenträger mit einigen analogen Steckkarten. So z.B. 16 V ~ potentialfrei für die Schranken, 15 V =  mit 10 A für die Stadtbeleuchtung und  2 - 3 Relaiskarten für z.B. automatische Lokschuppenbeleuchtung u.a.m., Ampelsteuerungen usw. Ein Tipp: verarbeiten Sie keine Billigrelais, gönnen Sie sich bei allen Bauteilen den MIL - Standard. Nach 3 Jahren wissen Sie warum. 

Hier ist eine (sehr einfache) Schrankensteuerung:

 

           

 

Nun zeigt sich schon recht deutlich, dass aus der anfänglichen einfachen digitalen "Startpackung" ein recht ansehliches Stellwerk geworden ist. Dies Stellwerk ist aber immer noch ein Bildschirmstellwerk und kein klassischer Stelltisch. Und von wegen weniger Kabel und so anderer Unfug! Auch LocoNet® verringert den Verkabelungsaufwand nur begrenzt. Der Aufwand lässt sich nur verringern, wenn man Komponenten mit integriertem Decoder einsetzt, z.B. Signale oder C-System-Weichen. Das kostet aber ein Vermögen und aller Strom geht übers Gleis. Ich bevorzuge die Fremdversorgung für Weichen und Signale. Aber auch hier mehrere Stromkreis bilden! Nachdem der Rechner alle Zugbewegungen steuert, sind Signale eigentlich nur noch Deko.

Es ist preislich gesehen schon schlimm genug, dass man kaum noch Wechselstrom-Fahrzeuge zum eigenen, viel preisgünstigerem Nachrüsten auf Digitalbetrieb bekommt. Das andere Extrem sind dann die hohlen Gänse der Personen- und Reisezugwagen, da steht dann immer: vorbereitet zum Einbau von .... und mindestens ein Fahrzeug im Zug braucht einen Funktionsdecoder fürs Licht und etliche leitende Kupplungen. Alles zusammen ergibt dann einen leidenden Geldbeutel. Preiser® - leins sollten da nämlich auch noch rein. Und die Branche jammert. Versteht keiner, es ist jahrelang verbissen selbstgemachtes Elend. Ich bitte Sie: bei Märklin® z.B. kostet ein Dachstromabnehmer für den ICE 410 glatte € 35,00. Nicht ganz normal. Obelix hätte gesagt: "Die spinnen, die Römer!" Den für die Nullserie der 120 gibt es gar nicht mehr. Man kann aber den vom ICE umbauen, denn es ist bis auf den Isolator der Gleiche und wer mit am Fahrdraht angelegten Stromabnehmer fährt, hat halt Verschleiß. Wenn Sie viel Geld sparen wollen, dann kaufen Sie sich im Internet ältere, gut erhaltene aber preiswerte analoge Modelle und rüsten Sie sie selbst entsprechend auf. Entspricht zwar manchmal nicht so schnell den Wünschen, aber es lohnt sich und viele Modelle gibt es nie mehr in den laufenden Lieferprogrammen!

 

Der ICE 410 von Märklin®

 

# 3371, eines der größten Probleme bei der Umrüstung. Die alte Elektronik versagte, es gab auch vorher keine Synchronisation der beiden Triebköpfe. In den Katalogen findet man den Vermerk: Umrüstung nur durch Märklin®. Unfug und Geldschneiderei. Kostet mindestens € 100.- Geht aber anders: Den alten Elektrikmüll rauswerfen und 2 normale Decoder von Uhlenbrock® einbauen: vorn einen für die beiden Faulhaber® - Motoren und hinten den für die Lichtsteuerung und sonstiges, einen Funktionsdecoder. Kostet ca. € 39,00. Der Zug hat 8 interne Leitungen! Glühbirnen: Vorsicht wie bei allen anderen Umbauten: es sind 22 V auf dem Gleis. Also dimmen und / oder Vorwiderstand bzw. Regler einbauen.

Ex-Mitarbeiter von Märklin® waren auch nicht schlauer. Man muss sorgfältig arbeiten, denn es gibt wieder mal nur wenige Ersatzteile für das einstige Flaggschiff von Märklin®.  Wer Ersatzteile benötigt: www.ice-experimental.de . Da gibt es einzelne Ersatzteile, nicht nur komplette Gehäuse!

Nach der Umrüstung rennt er perfekt mit allen Zusatzfunktionen, DCC 128 . Die Lampen muss man zusätzlich mit 150 Ohm in der Helligkeit drosseln, ebenso ist die "Nase" des ICE von innen gegen Lichtdurchlässigkeit einzufärben. Ich glaub, die alle lernen das nie. Eine Frage bleibt: Trägheit, Geldgier und Ignoranz, was auch immer, es verärgert den Kunden. Von dem lebt man eigentlich. 

Umrüsthinweise auf Anfrage. Ansonsten bestand dieser (Power-) Zug wirklich nur aus den beiden Triebköpfen und 3 Zwischenwagen, dann kam recht schnell der ICE 1 (u.a. geänderte Übergänge usw.) mit 12 Zwischen- und 1 Restaurantwagen! Jetzt wieder neu am Markt: vollständiges Modell vom ICE 1 München - Hamburg im M 1:87 (15-teilig)  mit 4,54 m Länge mit Innenbeleuchtung zu € 1.311,- von Trix® und Märklin®. Jedoch nur ein Motor!

 

 

Feldspulen mit fliegenden Anschlüssen

Etliche ältere Modelle von Märklin® haben die Anschlüsse der Feldspule direkt zum Fahrtrichtungsrelais ausgeführt. Das kann man mit fliegenden Verbindungen zu den beiden weißen Kabeln des 76200 von Uhlenbrock® machen oder ordentlich. Ordentlich heißt, man muss sich am Feldspulenkörper zwei Lötstützpunkte schaffen. Es geht! Aus dem überlangen Draht der Spulenenden. Der von Märklin verwendete Spulendraht ist lötbar. Also bitte auf eine Länge von ca. 2,5 cm vorverzinnen, aber keine Batzen ran machen, dann ca. 4 - 5x durch das Spulenkörperloch wickeln und kurz aber ordentlich verlöten. Nun hat man Lötstützpunkte, die weißen Leitungen können angelötet und der Rest des Wicklungsdrahtes abgezwickt werden. Nur eben aufpassen, dass man die Spulenkörper nicht zerlötet. Geht also so ähnlich wie mein elektrischer Gipsverband an leitenden Kupplungen.

Wer noch AnDi verwendet könnte natürlich auch diese Feldspulendrähte direkt am Decoder anlöten, aber die Pads sind verdammt klein. Könnte man auch am 76200 so treiben, aber da wird es noch enger. Nach 3 Motoren hat man Erfahrung und Routine. Und man greift nicht in die Garantie für die Decoder ein.

 

 

Andere Probleme

Heftige Probleme gab es nach der Digitalisierung eines Wendezuges von Roco® mit Funktionsdecoder. Die Wagen erhielten leitende Kupplungen, selbstgebaut aus Roco® 40271 - Köpfen, siehe Beitrag Fahrzeugbeleuchtungen. Nicht nur die 216 von Märklin® kriegte einen Rappel, sie schaltete selbst das Licht ein und aus, und machte ohne Fahrbefehl heftige Zickensprünge, zum Schluss waren nicht mal definierte Fahrtrichtungsänderungen möglich. In Gegenwart meines Fachhändlers. Aber nur wenn sie allein auf dem Gleis, die Stirn- und Schlussbeleuchtung aus war und wenn im Zug die Innenbeleuchtung eingeschaltet wurde. Wenn eine 2. Lok im DCC 128 - Format da war gab sie Ruhe. Ebenso beim 75000 Format MM alt. Es wurden 9 Decoder 75000 (AnDi) durchgetestet, immer das Gleiche, nur die 194 blieb ruhig, keiner weiß warum, ein Decoder der Sonderklasse. Alle von Uhlenbrock angeregten Entstörungsmanöver blieben erfolglos. Systemfehler.

Ein zweiter und dritter beleuchteter Zug löste die gleichen Probleme aus. Fazit: ein 75000 und ein 76900 geht nicht gut. Ruhe gibt es erst wenn an der AnDi - Lok das Licht eingeschaltet wird. Eine zweite AnDi - oder DCC 28 - Lok hilft nicht. Die Fahrt auf der Testanlage oder dem Programmiergleis wird zum Abenteuer (z.B. Ein-Zug-Betrieb). Die Geschichte ist auch noch von der Anzahl der am Funktionsdecoder gekuppelten Wagen abhängig, es müssen mehr als 2 sein. Und auf der 16 m² - Anlage steht alles friedlich beieinander. Aber mit Licht. Zurück: Es geht auch nicht, wenn beide Decoder im Format MM neu sind.

Uhlenbrock® kennt diese technischen Probleme sehr wohl, will sie aber definitiv aus preispolitischen Gründen derzeit nicht beseitigen.

Eine Information des Fachhändlers und des Kunden zur Sache gibt es leider nicht. Es gibt noch andere Schwachstellen: der Decoder darf mit der Unterseite nicht direkt in Verbindung mit den z.B. Befestigungspunkten wie bei Märklin® (Massepunkt) kommen. Also Isolierscheibe unterlegen. Der LP-Lack scheuert sich manchmal durch und das war es dann für den Decoder.

Kulanterweise hat man die Decoder ausgetauscht. Die IB ist auch neu. Jetzt ist alles normal. Auch das Licht flackert nicht mehr. Ist ja alles DCC. Märklin® sollte wohl auch über das MM - Format nachdenken. Der Betrieb auf der kleinen Testanlage zeigte auch, dass in der Stellwerktechnik auch kein MM mit DCC gekreuzt werden darf. Weichendecoder im MM - Format lassen bei den DCC - Loks während des Schaltimpulses das Licht flackern! Auch wenn die Weichenspulen fremdgespeist sind!

 

Digitale Schwächen:

 

So wie es momentan aussieht, es hilft nur eins: keine Mischformate. Der Uhlenbrock® - Servicemann hat sich für ein Neugerät der IB entschieden. Sehr gute Kulanz (eigentlich Garantie, denn das Gerät wurde erst 8.07 gekauft).

Entgegen anders lautenden Beschreibungen in den Handbüchern müssen noch etliche sonstige Parameter umgestellt werden:

an der IB im Menupunkt "Interface" , die Syntax auf IB, Baudrate auf 38.400 und Sonderfunktion 27 auf "0", der Startmodus auf "auto, Geschwindigkeit = 0", am Rechner muss der FIFO, jeweils höchster Wert, aktiviert sein und die Baudrate muss auf 38.400 stehen. Nachdem nun noch die Sonderfunktion 822 auf Wert 75 umgestellt wurde ist Ruhe. Endlich. Wichtig ist noch, dass die Versorgungsspannung nicht unter 16V ~ einbrechen darf.

 

Nun noch eine andere Geschichte: Warnung! Die Ausgänge aller Decoder sind nur gegen die +20 V vom Decoder selbst gegen Überlast geschützt. Jeglicher Gleiskontakt stellt einen ungeschützten Kurzschluss dar, der die Ausgangs - MOSFET's der Decoder zerstört. Dies ist für alle wichtig, die vom Decoder gesteuerten Strom über leitende Kupplungen durch den Zug schicken wollen. Abhilfe schafft nur ein Trennrelais. Diese Warnung gilt für alle Decoderfabrikate! Siehe Beiträge Lichttechnik Teil 3 bis 4. Die Ausgangsspannung der Decoder ist keine Gleichspannung. Die Ausgänge der Decoder sind impulsbreitenmoduliert mit +- 20 V, also 40 Vpp. Deshalb darf auch kein Sieb - Elko z.B. für das Licht ran. Das tötet sonst den Decoder.

 

Dann wollte ich ein Konkurrenzprodukt von der Fa. Tams Elektronik GmbH testen. Leider gab es da auch Probleme: pulsierendes Licht trotz reinem DCC und überraschend die Katastrophe: schaltet man die EC ab, kommt Leben in die Anlage. Gleich 3 Züge gingen unkontrolliert auf die Reise. Der Booster hatte 9 V Wechsel-  und 2,5 V Gleichspannung am Ausgang drauf. Nur er war nicht angesteuert, er hing nur noch am Trafo. Das passierte jedes Mal. Bei der ersten Frage nach der Möglichkeit des Unterdrückens des pulsierenden Lichts bekam ich nicht die notwendige Unterstützung, nur unpassende Bemerkungen von Hr. Tams. Ich habe daraufhin alle Tams - Geräte rausgeworfen. Hinzu kämen weitere wesentliche Abstriche im Komfort gegenüber Uhlenbrock®, wie z.B. Zentrale ohne Booster, Aufpreispolitik, diese Booster nur 3 A, nur eine Taste zur Magnetartikelwahl direkt verfügbar und dann nur ein Fahrregler. Reicht auch bei ganz kleinen Anlagen nirgendwo hin. Die haben meisten 2 - 3 Züge laufen und min. 2 Weichen und auch Signale. Fahrstraßen gibt es nicht in der EC. Wenn man f0 drückt, kommt ne tote Kellerassel ins Display. Manche Leute sagen Spielzeug dazu.

Und merklich billiger käme das alles auch nicht, sieht nur anfangs so aus, zu viele Zusatzkomponenten sind nötig. Aber es war einen Versuch wert.

 

 

Meine Testanlage mit der IB hat sich mittlerweile als zuverlässiger Renner für einfachen aber rauhen (Kurzschlüsse) Mehrzugbetrieb bei unseren Gäste - Kindern etabliert. Keine Vitrine, sondern Eisenbahn zum Anfassen. 

 

 

        Mfx - Decoder

 

Nun gibt es reichlich Meldungen in den maßgeblichen Foren, dass u.a. der SDS - Antrieb mit fragwürdigen aber billigen mfx - Decodern wohl nicht gerade das Gelbe vom Ei ist und nicht nur ruckelnde Maschinen beschert. Auch der Sound hat Störungen und die Loks bleiben unmotiviert stehen. Ist doch schön, wenn die Lok, oder der Schienenbus usw.  nach ner kurzen Stromunterbrechung bei voller Fahrt wieder den Motor neu anlässt. Genial, das spart Sprit! Selbst wenn man die Beiträge in einigen Foren, besonders im Stummiforum, sehr skeptisch liest, nun, es bleibt bei allen Bedenken über die Beiträge selbst als einzige zuverlässige Lösung der reine Uhlenbrock® - DCC - Betrieb übrig. Ohne Klimbim wie Sound. Es gibt von Märklin® neue (eigenentwickelte) Decoder in den Loks und den Berichten zu Folge voller Macken. Die Decoder haben schon Ihren Namen weg: Insolvenzdecoder.

Aber wenn man die Berichte, besser die Beschwerden und Versager, weiter verfolgt, gibt es wohl noch mehr Problemdecoder: u.a. von ESU, Kühn oder Zimo. Aber billig sollen sie sein. Ich hab keine. Ist schon eindeutig: es gibt außer am Preis bei den Uhlenbrock® - Decodern offensichtlich nichts zu meckern.

Dann gibt es da noch was: immer mehr Hersteller feilschen um die Publikumsgunst (welche Spielernaturen?) mit neuen Datenformaten und unsinnig vielen Funktionen (ESU - Lok). Mal sehen wann die wirklich (ab)raucht. Hat mit NEM nichts mehr zu tun und ist nicht kompatibel.

 

                       

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