Füssener Modellbaublätter                                                                    08/09    

 

Thema:                   Zugschlussbeleuchtung / Lichttechnik

                               Teil 4  -   leitende Kupplungen / Waggonbeleuchtungen

                                                                         Güterwagen

 

Schlusslichter an Güterzügen

Da in Güterzügen meist  2 - Achser - Waggons laufen war eine autonome und unsichtbare Stromversorgung der Züge am Schlusswagen vorwiegend den 2-Leiter-Systemen vorbehalten. Dies ändert sich schlagartig mit der stromführenden Kupplung an der Lok. Der Versorgungsstrom kann über leitende Kupplungen bei nahezu jeder Zuglänge quer durch den Güterzug zum Schlusswagen geführt werden. Beim Einsatz von LED's in den Schlusslaternen ist der Spannungsabfall an den vielen Kupplungen praktisch vernachlässigbar. Die meisten Güterzugloks von Märklin® bieten sich für den Einbau einer abschalt-baren stromführenden Kupplung an, da die Lokkupplungen isolierte NEM - Schächte haben. Der Güterzug benötigt nur einen Masseschleifer an einem auf Schlusslichter umbaufähigen Schlusswagen. Vorzügliches Laternenmaterial bietet u.a. Fleischmann® (195 319 oder 195 638):

 

                          siehe auch Eigenbauten 5

 

Mit der stromführenden Lokkupplung ist die letzte Hürde für vorbildgerechte Beleuchtung an Güterzügen im 3-Leiter-System gefallen, da man nicht mehr auf den unmöglichen Mittel - Schleifer angewiesen ist. Dafür müssen alle Zwischenwagen als Leiterwagen ausgerüstet sein. Die vielen Kurzkupplungs-köpfe herstellen? Nun, ganz einfach: Zug um Zug! Passende Lichtleiter für die Laternen: u.a. Mentor® 1292.1401.

Tipp: Die Fleischmann® - Modelle 5318 und 5319 sind als Schlusswagen bestens vorbereitet, sie müssen nur 3-leitertauglich gemacht (z.B. Tauschachsen oder Silberleitlack), mit der leitenden Kupplung ausgerüstet und in der übertriebenen Helligkeit reduziert werden. Bei anderen Modellen muss man halt selbst ausrüsten.

WARNUNG!   Bei Kurzschlüssen zwischen stromführender Kupplung und Gleis wird gem. Hinweis der Fa. Uhlenbrock® der (die) Decoder zerstört!

 

Ein Kohle - Ganzzug

Da ich die genannten Fleischmänner noch nicht habe, hab ich mir für den Anfang was Leichtes ausgesucht: ein Erzwagenzug mit 10 Waggons Fad 159 Ruhrkohle AG (46244 von Roco®). Der letzte Wagen des Zuges erhält 2 Stück der Laterne unten im Bild mit dem Mentor® - Lichtleiter. Der Roco® - Wagen hat anzusetzende Laternenhalter, die eine geschickte Positionierhilfe für die Lichtleiterbohrungen darstellen.

 

                                     

 

Gebohrt wird von Hand! Mit einem kleinen Spannkloben, vorbohren 0,8 mm als in Grenzen korrigierbare Zentrierung, und dann aufbohren auf 1,4 mm Lichtleiter - Ø. Vergleiche hierzu den Pwi 32a. Die hinten am Lichtleiter angesetzte LED ist eine SMD 0603, Anschlussdrähte wieder Ø 0,1 mm CuL. Man kann hier keine Flat-Tops nehmen, da die Laternchen sonst nicht mehr auf dem Halter sitzen würden. Die Flat-Tops sind für Gedeckte Güterwagen gut geeignet. Da sich der Erzwagen einfach zerlegen lässt ist eine recht unproblematische Montage gegeben. Verständlicher Weise ist der Wagen dann nur noch mit eingesetztem Ladegut so richtig ordentlich. Masse kann man mit den Roco® - üblichen Achsschleifern (96204) abgreifen, mindestens an einem Drehgestell an beiden Achsen! Die Kabel werden durch separate 1,5 mm - Bohrungen hinter dem Drehzapfen nach oben geführt. Die Leiterwagen“ zur Lok hin erhalten zwischen den KK - Köpfen eine Drahtbrücke im Wagen, also auch hier diese Bohrungen ausführen. Der Übergangswiderstand der 10 Kupp-lungspaare liegt bei insgesamt ca. 3,5 Ω, ein Wert, der für die Schlusslicht - LED's unrelevant ist.

 

                      

 

Die Widerstandsmessung an den leitenden Achsen ergab folgende Werte:        Grundwert:   180 mΩ    (Original Wechselstromachse, wegen der Brünierung?)

                                                                                                                                      Umbauachse:    1 Schicht Ag:  900 mΩ   2 Schichten Ag:  360 mΩ

Beim Ankleben der SMD - LED's diese leuchtend ansetzen, da lässt es sich besser ausrichten. Bei analogem Wechselstrom oder am digitalen Strom braucht man eine Schutzdiode 1N4148 o.ä. und Rv = 4k7 pro LED, das ergibt dann IF = 3,5 mA und authentische Helligkeit. Die LEDs abdecken. Der Schaltungsauf-bau verschwindet unterm Kohlehaufen.

 

                                     

 

Die 2-Leiter-Fahrer können die Anordnung leicht variieren bis hin zur Dauerbeleuchtung oder eigenem Decoder im Wagen mit Strom direkt aus der Schiene. Durch die angepasste Helligkeit fällt ein Tagesbetrieb mit Dauerlicht nicht so sehr auf.

 

                                         

 

Die letzte Kupplung führt keinen Strom mehr, damit ist sichergestellt, dass die Laternen nicht brennen, wenn die Lok an dieser Seite vorgespannt wird, oder wird wie im obigen Bild durch Bremsschläuche und ggf. Zughaken ersetzt.

 

Ein ganz normaler Güterzug und am Ende ein Gmhs 53

Ein sehr einfacher Umbau ist mit dem Gmhs 53 (Roco® 4304) und Wagen mit ähnlichem Fahrgestell gegeben. Es hat im Achsbereich eine querliegende Nut, in der sich leicht ein schon reichlich bekannter Masseschleifer 96204 unterbringen lässt. Richtig abgewinkelt greift er mit nur geringer Bremswirkung auf die Innenseiten der Scheibenräder und gibt so einen sicheren Massekontakt ab. Saubere Radreifen und Schienen vorausgesetzt. Wer ganz sicher gehen will baut 2 Masseschleifer ein.

 

                                                          

    

Ich hatte diesen Wagen mal mit der KK - Kinematik 40343 ausgerüstet. Der Wagen bekommt nun Laternen mit Flat-Tops Ø 2 mm über den Puffern, denn der Wagen hat keine Aufstiegstritte zu den Haltern im Dachbereich. Da der Aufbau aus recht lichtdurchlässigem, milchig weißem Kunststoff besteht, müssen die LED's wieder sorgsam abgedeckt werden. Die Bohrung für die Flat-Tops ca. 3 mm von der Aufbau - Unterkante entfernt ansetzen, von den Außenwandkanten ebenfalls jeweils ca. 3mm. Die Flat-Tops müssen plan am Boden anliegen, sie sind wie bei der BR 151 einseitig etwas abzufeilen, siehe Bild. Etwas umständlich, aber die Laternen dürfen weder höher noch weiter zur Mitte gesetzt werden.

Mittlerweile ist bei mir das Kupplungssystem mit "Leiterwagen" fast durchgängig installiert, so dass ich auch jederzeit einen Güterwagen mit Schlusslichtern an einen Bummelzug hängen kann. Da aber meine Personenzüge generell einen Decoder haben, der u.a. die letzte Kupplung separat steuert, ist das Schlusslicht des angehängten Güterwagens wieder unabhängig von der Lok und von der allgemeinen Zuginnenbeleuchtung schaltbar.

              

                                                                                                                             

 

Hinweis: bei Güterzügen werden bei der Deutschen Bahn AG (ab Epoche V) keine Laternen mehr verwendet. Dafür kommen reflektierende Zugschlusstafeln als Tages- und Nachtzeichen zum Einsatz.

 

 Wer eine motivgeprägte Modelleisenbahnanlage hat, z.B. epochengerecht, sollte dies berücksichtigen. Hier ein Beispiel zu DRG - Zeiten:

 

 

 

 Eisenbahn-Signalordnung 1935

Eisenbahn-Signalordnung 1959

 

                             

 

 

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