Füssener Modellbaublätter                                  1/10   

 

Thema:                   Eigenbauten   --   Zugschlusslaternen

                                                                 Jetzt hat das Zugende ein Gesicht.

 

 

So sehen meine Laternen nicht aus:                     ich hab sie u.a. nur so hingekriegt:             der Griff fehlt.

 

        Der erste Versuch:                                         

 

                                                                                 Auf Grund der Zuglänge ist eine Laterne zulässig (siehe ESO 1935).

 

Nachdem ich die BRAWA® - Zugschlusstafeln einfach nicht kriegte, hier was als Download:   Zugschluss - Tafeln und Zugschluss - Scheiben zum Selbermachen (3 x 2,5 mm und Ø 4 mm). Am Besten auf 100-er Papier oder auf Fotopapier drucken, die Scheiben stanzt man mit einem frisch geschliffenen Locheisen oder einer Schnittnadel aus. Nun noch ein Tipp:  4 feine Laternenhalter, 4 Dachlüfter und einen Druckluftkessel gibt es als Teilesatz 53000-21 von PIKO®!

                                                                                                                                             

            Ja, ich weiß, die Bügelkupplung stört gewaltig.  Zughaken und Bremsschläuche haben es geändert.          

 

 

Am Güterzugende machen sich die kleinen Laternen auch sehr gut:  Waggons der Epoche III und IV, siehe Lichttechnik Teil 4  (der 2. Versuch).

 

                                                                                                                                                                 Fad 159                                                                                                                                                                                 Gmhs 53                               

 

Man könnte jetzt noch die ZSB-1 von Hr. Tams ausprobieren, aber die ist schon mal ca. doppelt so teuer und frisst unverständliche 30 mA!

 

Ans Eingemachte (3 Wurf hat jeder)

Nun sollen authentische Laternen entstehen, wie sie u.a. für DRG - Zeit benötigt werden. Sie müssen vorn und hinten leuchten und seitlich versetzt im Laternenhalter sitzen, damit sie von vorn und hinten sichtbar sind oder auf dem Dach angebracht sein. So will es die ESO 1935 und anfänglich auch die ESO 1959. Zwei Versuche stehen an: einmal die bekannten Fleischmann® - Laternen mit neuer Füllung (SMD - LED's Baugröße 0603) und alternativ: verkleidete SMD - LED's der Baugröße 1206. In beiden Fällen müssen die Dioden einer Laterne direkt parallel geschaltet werden.

In den 70-ern gab es mal einen schon recht ordentlichen Märklin® - Wagen, der den Forderungen der ESO nachkam. 4506. Leider ist er im Herstellerprogramm ausgestorben. Dafür gab es dann die Katastrophenlösung 4411. Sehr viel besser machte es Fleischmann® mit dem 5318 / 5319.

 

                               Aber die Epochen I und II blieben außen vor:                           Signal Zg3

 

Ich sag's vorab: der Laternenbau ist nichts für "Wurstfinger und Fehlsichtige". Auch ein normaler Lötkolben taugt nichts, es muss eine Lötnadel herhalten und die gibt es z.B. bei Conrad® oder Reichelt. Mit der lötet es sich auch viel besser an Decoderanschlüssen. Kostet ca. € 8,-- und braucht 12 V.

 

Variante 1, die Fleischmann® - Laternen (z.B. 195 319 oder 195 638). Diese müssen wieder auf Ø 2H7 aufgerieben werden. Dann passen 2 mit dem Rücken verklebte und gelötete SMD - LED's 0603 grad so rein. Mit Draht. Die Laterne muss am Boden noch ein Loch mit Ø 0,6 bekommen, für den Draht. Der hat wie immer einen angemessenen Ø :   0,1 mm CuL. Im folgenden Bild werden die rechts liegenden roten LED's für die Laternen verwendet.

                                                     

                     Doppelpack zusammenkleben                                                                             Gehäuseeinbau                                                                                                        Kontrolle

 

Durch das direkte Parallelschalten der LED's muss in Kauf genommen werden, dass die Helligkeit u.U. vorn und hinten geringfügig differiert. Rv = 4k7 (IF ~ 1,5 mA / LED) und natürlich darf die obligatorische 1N 4448 o.ä. nicht fehlen.

 

 

                                 Wer analog fährt:                                                    ergibt fast konstante Helligkeit im Fahrbetrieb.

 

Die kleinen Doppeldioden beim Einsetzen sauber in der Flucht halten, im Gehäuse können sie nicht mehr gedreht werden. Da lässt sich nur noch die Schräglage zur Glasscheibe korrigieren. Zum Ausrichten benötigt man ein 1x1x1 mm großen Anschlagstück aus z.B. Isolierung. Wichtig: sofort kontrollieren ob die LED's leuchten oder ob man einen Draht abgeschert hat. Statt Glasscheiben bleibt nur das Vergießen der LED's in der Laterne mit transparenter Masse.  Nun kann man die Laterne entweder einfach plan an die Wagenwand kleben oder auf den am Wagen angespritzten Halter setzen. Der fehlende 4. Laternenfuß kommt dem entgegen und diese Lösung ist perfekt, aber nicht sehr stabil. Laternenhalter zum extra Ansetzen finden sich in etlichen Zurüstbeuteln.

Das Vergießen ist etwas problematisch, das Harz (UHU® - Schnellfest) darf nur (2x 2) tröpfchenweise eingebracht werden, es darf nicht allzu sehr fließen. Standzeit der Anmischung beachten, meist sind die verfügbaren 4 - 5 Min. sehr knapp. Das Harz schrumpft beim Aushärten, also sollte beim Verarbeiten der letzte Tropfen eine gering konvexe Oberfläche haben. Das „Glas“ habe ich nach dem Aushärten mit einem Filzer eingefärbt.

 

Diese Laternen lassen sich nun auch an Tankwagen, Talbot- und andere „heikle“ Schlusswagen anbringen ohne dass es gehauen aussieht.

 

Weinert hat auch Schlusslaternen, # 2518 (beleuchtet) oder roh (2519), Messingguß, ich hab sie aber noch nicht eingesetzt und kenne weder die tatsächliche Größe noch LED-Bestückung. Das Katalogbild gibt nichts Aussagekräftiges her und der Preis ist heftig.

 

 

 

Was nun folgt ist ein etwas unfairer Vergleich: Variante 2, der vollständige Eigenbau. An die zusammengeklebten und gelöteten LED's müssen beidseitig 2 Zugschlusstafeln angeklebt und oben und unten mit Deckel versehen werden. Damit könnten sie ausgegossen, komplettiert und angepinselt werden.

 

                                                      

 

Man ahnt es schon: diese Bauart wird nicht richtig ankommen, das wird zu plump mit dem Pappmantel. Und leichter zu bauen sind sie wirklich nicht. Ich hab die Fertigstellung zurückgestellt, in etlichen Foren (Stummi, MiWuLa) gibt es genug abschreckende Beispiele, meist mit überdimensionalen 3 mm - LED's.    

 

Die ersten auszurüstenden Schlusswagen sind ein Württemberger Gm von Fleischmann®, er lässt sich leicht öffnen und hat Metall - Radlager, sowie ein DB - Gklm von Roco® (4305). Der Württemberger entspricht dem DB - G 10 von Fleischmann®. Da der Wagen Speichenräder hat müssen diese erst leitfähig gemacht werden (Silberleitlack).

Jetzt sollten alle Arbeiten am Chassis abgeschlossen sein, auch die Bremsschläuche und der Zughaken müssen sitzen und im Wagen sollten Vorwiderstände und Schutzdiode als Lötstützpunkt vorhanden sein.

Damit die Laternen beim Aufsetzen auf die Halter da bleiben, wo sie hingehören, müssen sie vom Draht mitgestützt werden. Es gibt keinen Kleber, der sie sofort dauerhaft fixieren würde. Also muss als Erstes die Kabeldurchführung gebohrt werden, so klein wie möglich, Ø 0,5 mm passt ganz gut. Beim Roco® - Wagen ist das Dach abnehmbar, das entschärft die Angelegenheit, denn die Drähte müssen vorübergehend mit Klebeband fixiert werden.  Auf das Dach gedreht können nun die Laternen geklebt werden. Die Baustelle Gklm (hier sieht man auch die Masseschleifer):

 

                                                                

 

Zwischen Wagenwand und Laterne verbleibt ein vorbildgerechter Luftspalt (1,2 mm). Leider ist der Wagen nun nicht mehr kinderfreundlich.

 

                                     

 

Ganz ohne Kompromisse geht es nicht: man kann leider keine weiße (ggf. gelbe) LED und eine rote LED in dem kleinen Gehäuse anodenseitig elektrisch getrennt unterbringen (ich arbeite daran). Eine Parallelschaltung ist wegen der unterschiedlichen UF nicht möglich, es würde nur die rote LED brennen. Ich hoffe auch dies ist überzeugend: ans Zugende gehören wie an die Zugspitze keine Serienkupplungen sondern ordentliche Zughaken und Bremsschläuche!

 

                                                                                         

                                                              

 

©  Wolfram Stephan                                                Inhaltsverzeichnis                                             Startseite